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«Ihr seid sowieso noch zu jung dafür!» oder «Ich bin überrascht, wie seriös ihr arbeitet» sind Sätze, die aktive und engagierte junge Leute oft zu hören kriegen. In der Gesellschaft herrscht oftmals ein sehr negatives Bild der Jugend. Nicht selten ist es eine überaus deszendente und pessimistische Jugendkulturbetrachtung. Schon früh in der Geschichte werden Vorwürfe wie «Die Jugend wird immer schlimmer» festgehalten. Diesen Vorwurf will ich jedoch mit aller Schärfe zurückweisen. Ich bin felsenfest davon überzeugt, dass es nicht «immer schlimmer» mit der Jugend wird, im Gegenteil: ich erfahre eine überaus interessierte, engagierte und mit den momentanen globalen Gesellschaftsverhältnissen unzufriedene Jugend.

Schon immer war dieser Vorwurf an die Jugend nicht nur falsch, sondern auch komplett unangebracht. Die Jugend stellt nichts Anderes, als den Spiegel unserer Gesellschaft und deren Normen dar. Junge lernen letztendlich von den Älteren, es ist nicht nur nicht weitsichtig, sondern auch logisch völlig inkonsistent, einer «schlimmen» Jugend die Schuld dafür selbst zu geben. In Wahrheit stellt die Jugend eine Chance dar. Mit ihrer kritischen und alles hinterfragenden Art – nicht nur während der Pubertät – machen sie alles richtig: sie hinterfragen den Sinn und den Nutzen unserer Traditionen. Mit einem kritischen und freien Auge nehmen sie nicht einfach alles als gegeben und akzeptieren Normen nicht, weil «es» einfach schon immer so war. Diesen freien Geist gilt es aufrechtzuerhalten, daher geht mein Appell an alle nicht mehr jung gebliebenen: schneidet euch eine Scheibe des jugendlichen freien Geistes ab! Nicht nur die Jugend kann etwas von den Älteren lernen, auch umgekehrt gibt es ein wertvolles und reiches Potential an lohnenswertem Wissen.

Es braucht die Meinung der Jugend im politischen Prozess. Obwohl die Jugend überhaupt nicht einheitlich und unerfahrener als die Älteren ist, bringen sie doch neue Ideen, neue Perspektiven und frischen Wind. Niemand kann die Bedürfnisse junger Leute besser zum Ausdruck bringen als sie selbst. Deshalb setze ich mich – nicht nur als Gründer des Jugendparlaments Stadt Chur – vehement für die Jugend und deren Freiräume ein.

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