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Ich bin Pascal Pajic. Ja mein Nachname lautet Pajic. Mutet nicht sehr bekannt an, das kommt daher, dass der Name serbisch ist, denn ich bin ein Sohn einer Serbin und eines Kosovaren. Am 08. April 1993 wurde ich in Chur geboren, wo ich seither lebte. Momentan bin ich allerdings im Medizinstudium an der Universität Fribourg und verbringe meine Zeit als Zivi, Homosexueller, Veganer, Grossrats-Stellvertreter, Präsident des Jugendparlaments, in der Geschäftsleitung der JUSO Schweiz und noch anderen Dingen im stetigen Engagement für die Überwindung des Kapitalismus.

Beweggründe gibt es für mich mehr, als ich zählen kann und dennoch kann man alle auf ein einziges Wort zusammenfassen: Empörung. Es empört mich, dass wir in einem System leben, welches einigen wenigen unermesslichen Reichtum und gleichzeitig Milliarden von Menschen bitterste Armut beschert. Oft werde ich aber gefragt, ob ich mich als JUSO-Vertreter mit unserem winzigen Budget und unserem begrenzten Einfluss nicht ohnmächtig fühle.

Auch hier bin ich direkt und ehrlich: ja manchmal fühle ich mich unglaublich ohnmächtig und machtlos; manchmal frage ich mich, ob meine unzähligen Stunden Arbeit oder Schlafverzicht sich lohnen, ob wir überhaupt etwas bewirken. Aber dann schlage ich eine Zeitung auf, laufe Hand in Hand mit einem Mann durch die Stadt oder gehe einfach auf den Bus und die Empörung schlägt mir mit solch einer Wucht entgegen, dass ich manchmal kaum mehr stehen kann. Ja, die anderen mögen vielleicht unheimlich viel mehr Geld haben als wir; ja, die anderen mögen vielleicht viel mehr Einfluss und Macht haben als wir, aber wir haben auch etwas: wir haben unsere Empörung und wir haben Menschen: Menschen die unheimlich engagiert sind und Tag und Nacht gegen dieses System ankämpfen, Menschen die nicht mitansehen wollen, wie der Kapitalismus einigen wenigen grenzenlosen Reichtum und gleichzeitig Milliarden von Leuten bitterste Armut beschert.

Eines möchte ich unmissverständlich klarstellen: machtlos sind wir nur, wenn wir es zulassen! So lasst uns nicht zulassen, dass wir nicht gehört werden: lasst uns laut, unbequem, solidarisch, tolerant und kämpferisch sein, denn unsere Mitmenschen haben es verdient. Ich bin optimistisch und dank meiner Empörung voller Energie: Lasst uns gemeinsam ändern, was uns stört!

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